Abnehmen: 5 Gründe, warum Sie trotz gesunder Ernährung zunehmen

Abnehmen: 5 Gründe, warum Sie trotz gesunder Ernährung zunehmen

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum Sie Probleme beim Abnehmen haben könnten, die rein gar nichts mit Ihrer Ernährung zu tun haben.

Das bestätigt auch Dr. Holly Lofton, Direktorin des Gewichtsmanagement-Programms der New Yorker Universität Langone Health, gegenüber 'Insider'.

„Ich erlebe das häufig", erklärt sie. „Viele Patienten wissen eigentlich, wie man Gewicht verliert und tun alles Erdenkliche, damit das auch klappt. Trotz gesunder Ernährung und viel Bewegung nehmen einige trotzdem nicht ab, sondern zu."

Aber woran könnte das liegen?

1. Medikamente können schuld sein

Die Nebenwirkungen einiger Medikamente können dazu führen, dass man zunimmt. Insbesondere gilt das für Antidepressiva und Hormonpräparate.

„Antidepressiva haben ein Gewichtszunahmepotenzial, wenn sie länger als ein paar Monate eingenommen werden", erklärt Lofton.

Die Expertin empfiehlt daher, online nachzuschauen, ob Gewichtszunahme bei dem eingenommenen Medikament als mögliche Nebenwirkung aufgeführt wird.

„Sprechen Sie auch mit Ihrem Arzt. Wahrscheinlich gibt es Alternativen, die möglicherweise nicht dick machen", rät sie.

Ein weiteres Medikament, dass verantwortlich dafür sein könnte, dass es mit dem Abnehmen einfach nicht klappen will: die Antibabypille.

Da Pillen relativ geringe Hormonmengen aufweisen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Gewichtszunahme zwar gering, aber dennoch vorhanden.

Andere Arten der Empfängnisverhütung können jedoch deutlich stärkeren Einfluss haben: „Die Dreimonatsspritze ist ein häufiger Grund, warum Patientinnen von mir zunehmen.", so Lofton.

2. Die Genetik macht es dir schwer

Lofton sagt, dass die Genetik zwar dazu führen könne, dass Menschen an Gewicht zunähmen oder Probleme beim Abnehmen hätten, man dem jedoch nicht alternativlos ausgeliefert sei.

„Wir denken fälschlicherweise: 'Meine Mutter war dick, mein Vater ist dick; ich bin nur dazu bestimmt, ich kann nichts tun'", so die Expertin.

„Frühzeitige Prävention kann in solchen Fällen helfen. Um nicht übergewichtig werden, müssen gerade diese Personen sicherstellen, dass ihr Lebensstil so aktiv ist, wie er nur sein kann."

3. Das Alter beeinflusst das Gewicht

Patienten im Alter von über 50 Jahren fragen Loftons eigenen Angaben zufolge oft nach, warum Abnehmpraktiken aus jüngeren Jahren nicht mehr funktionieren.

„Der Stoffwechsel verlangsamt sich alle zwei Jahre um etwa zwei Prozent. Es wird also schwieriger, Gewicht zu verlieren, wenn man älter wird", so die Antwort der Medizinerin.

Was wir tun können, um zu verhindern, dass das passiert? „Weiterhin Übungen machen, die muskelaufbauend sind", erklärt sie. „Denn wir verlieren Muskelmasse, wenn wir älter werden und nicht aktiv versuchen, stärker zu werden."

Außerdem verändern sich auch die Hormone im Laufe der Zeit, wie die Expertin zu bedenken gibt. Aber auch für dieses Problem gäbe es eine Lösung, einige ihrer älteren Patienten nähmen durch eine Diät und Bewegung trotzdem ab, so Lofton weiter.

Es sei in dem Alter nur schwieriger, herauszufinden, was funktioniert.

4. Stress als Abnehmkiller

Laut Lofton verarbeiten unsere Körper Stress mit einer Fluchtreaktion: „Ich vergleiche das damit, dass wir von einem Bären gejagt werden", sagt sie.

Der Körper konzentriere sich dann nicht auf das Abnehmen, er bereite sich stattdessen innerlich auf einen Kampf vor.

Chronischer Stress sei noch schlimmer: Er könne ein Hirntrauma verursachen, durch das wir uns ständig nach sogenannten „Komfortnahrungsmitteln" sehnen.

Damit sind Lebensmittel gemeint, die unseren Frust tilgen. Der Klassiker darunter: Schokolade.

„Bei Stress ist es wahrscheinlicher, das wir mehr Kalorien aufnehmen", so die Expertin.

5. Zu wenig Schlaf ist nicht gut

Schlafentzug gibt dir nicht nur die Möglichkeit, insgesamt mehr zu essen, sondern löst auch die Bildung von Stresshormonen aus.

„Wenn Erwachsene nicht mindestens sieben Stunden [pro Nacht] schlafen, kann der Körper zudem die nötigen Informationen aus einer hormonellen Reaktion, die ihm anzeigt, wie viel Fett man hat, nicht richtig abrufen", erklärt Lofton.

Um sich zu schützen, sage der Körper evolutionsbedingt: „Diese Person schläft nicht genug. Es muss ein stressiges Ereignis wie eine Hungersnot stattfinden. Also werde ich mehr Fett anbauen und den Hunger steigern."

Daher sei es für den Abnehmerfolg wichtig, auf ein gesundes Schlafpensum zu achten.

Judith Kerstgens

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