Diät & Essen

Nahrungszusätze: Umstrittene Nahrungszusätze im Faktencheck

In Fertiggerichten finden sich häufig künstliche Stoffe, deren Auswirkungen auf die Gesundheit umstritten ist. FOCUS Online erklärt, worin welche Zusatzstoffe stecken und welche schädlich sind.

Kaum jemand kann einem herrlich cremigen Vanillepudding widerstehen. Doch der angenehme Duft nach frischer Vanille, die ansprechende gelbe Farbe und zarte Konsistenz bekommt der oft durch künstliche Nahrungszusätze. Sie stecken in vielen Fertigprodukten wie Pudding, Saucen und auch Getränken.   Die Hersteller versuchen damit, das Produkt für Sie möglichst attraktiv zu machen. Doch meist auf Kosten Ihrer Gesundheit.

Bindemittel und Emulgatoren

Carragen (E 407) – teilweise bedenklich

Ein beliebter Zusatzstoff ist Carragen (E407). Er macht beispielweise den Pudding so herrlich cremig. Carragen ist ein Verdickungsmittel aus Algen. Vor allem die Konsistenz von Eis, Pudding, Ketchup und sogar Sahne manipulieren die Hersteller damit. Offiziell stuft die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit Carragen als unbedenklich ein.

Auch Bio-Produkte und Babynahrung darf den Stoff enthalten. Dennoch ist der Zusatzstoff umstritten. Studien zeigten, dass das Verdickungsmittel Darmbeschwerden auslösen kann. Deshalb sollten Personen, die an einem sensiblen Darm oder gar Reizdarm leiden, auf Carragen verzichten.

Sojalecithin (E 322) – unbedenklich

Sojalecithin (E 322) ist ein fettähnlicher Stoff, der als Emulgator dient. Hersteller gewinnen das Bindemittel aus Sojalecithin und Sojabohnen. Aber auch Sonnenblumen, Raps und Eigelb liefern diesen Zusatzstoff. E 322 verhindert, dass sich Fett und Wasser trennen. Egal ob Schokolade, Fertigkuchen, Margarine, Medikamente oder Brot, mittlerweile enthalten fast alle Lebensmittel diesen Emulgator. Sojalecithin ist auch in Bio-Produkten und sogar in Säuglingsnahrung zugelassen. Lassen Sie sich von der E-Nummer nicht abschrecken. Dieser Zusatzstoff gilt als unbedenklich.

Guarkernmehl (E 412)   teilweise bedenklich

Guarkernmehl (E 412) ist ein Gelier- und Verdickungsmittel. Es besteht aus den gemahlenen Samen des Guarbaums. Grundsätzlich ist Guarkernmehl in geringen Mengen unbedenklich. In zu hohen Dosen kann das Verdickungsmittel allerdings zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Zudem steht es in Verdacht, Allergien zu begünstigen. Deshalb sollte Sie, wenn Sie an einem empfindlichen Darm oder einer Allergie gegenüber Soja leiden, möglichst auf E 412 verzichten.

Rapsöl – teilweise bedenklich

Margarine, Babynahrung und Croissants können Rapsöl enthalten. Mittlerweile gilt das Öl als potentiell gesundheitsschädlich. Bei manchen Herstellungsverfahren von Rapsöl verwandeln sich die vermeintlich guten Omega-3-Fettsäuren in Transfette. Das sind gehärtete oder stark erhitzte Fette, die schlechte Cholesterinwerte und Herz-Kreislauf-Beschwerden auslösen können.

Deshalb sollten Sie auf Rapsöl eher verzichten. Zudem gibt die EU-Lebensmittelbehörde an, dass für Kinder bei übermäßigem Verzehr ein erhöhtes Risiko besteht, an Herzkrankheiten zu erkranken.

Geschmacksverstärker

Hefeextrakt unbedenklich

Glutamat steht immer wieder in der Kritik. Hefeextrakt ist sein natürliches Pendant. Es enthält natürliches Glutamat und ist erwiesenermaßen weniger schädlich. Vor allem Hersteller von Tütensuppen, Fertigprodukten und Brühen greifen auf das Extrakt zurück. Den natürlichen Geschmacksverstärker dürfen Hersteller laut EU-Verordnung als natürliches Aroma deklarieren.

Bedenklich ist Hefeextrakt nicht. Der Zusatzstoff darf auch in Bio-Produkten stecken. Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn das Extrakt wirkt stark appetitanregend. Zudem sollten Menschen, die an einer Pilzinfektion leiden, auf einen übermäßigen Verzehr verzichten. Die Hefesporen lassen Pilzerkrankungen wie eine Candida-Infektion wieder aufblühen. 

Jodiertes Salz teilweise bedenklich

Egal ob Wurst, Gebäck oder Dosengemüse, kaum ein fertiges Nahrungsmittel kommt heute noch ohne Salz aus. Jodiertes Salz ist für den Körper grundsätzlich gesund. Bei Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion kann Jod Beschwerden lindern.

Andererseits kann Jod bei einer Schilddrüsenüberfunktion schädlich wirken. Wer an einer krankhaften Veränderung der Schilddrüse leidet, sollte jodiertes Salz nur nach Absprache mit einem Arzt einnehmen.

Farbstoffe

Titandioxid teilweise bedenklich

Als Überzug von weißen Pfefferminzbonbons, Kaugummis und Medikamenten oder als Aufheller von Fertiggerichten: Titiandioxid (E 171) soll Lebensmittel attraktiver aussehen lassen. Hersteller gewinnen den Zusatzstoff aus dem Erz Ilmenit.

Ob er für den Menschen schädlich ist, ist bislang noch unklar. In Untersuchungen fanden Forscher heraus, dass er bei Tierversuchen Darmkrebs und Immunschäden auslösen kann. Daher ist es ratsam, Titandioxid (E 171) zu meiden.

Chlorophyllin unklar

Chlorophyllin (E 140, E 141) ist ein grüner Farbstoff, den Hersteller mit Hilfe von chemischen Lösungsverfahren aus Blattgrün lösen. Wie der Farbstoff auf die Gesundheit wirkt, ist noch unklar. Nach aktuellem Forschungsstand bindet es Schimmelgifte. Konfitüre, Limonade, eingelegtes Gemüse und auch Käse färben Hersteller mit diesem Farbstoff grün.

Konservierungsmittel

Natriumnitrit teilweise bedenklich

Vor allem in gepökeltem Fleisch und Wurstwaren kommt Natriumnitrit vor. Bei starker Hitze baut sich das Natriumnitrit zu Nitrosamin um. Das gilt als stark krebserregend. Auf große Mengen an gebratenem, gepökeltem Fleisch sollten Sie deshalb verzichten. Die Deutsche Gesellschaft für Gesundheit empfiehlt nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche zu essen. 

Xanthan unbedenklich

Lebensmittel, die den Frischhalter Xanthan enthalten, bleiben länger frisch. Hersteller verwenden E 415 besonders für Suppen, Soßen und Dressings. Auch Kuchen und Brot enthalten häufig das Konservierungsmittel, das auch bei Bio-Produkten zugelassen ist. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit stuft es als harmlos ein. Allergische Reaktionen treten bei Xanthan selten auf.

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