Diät & Essen

So essen die Deutschen am liebsten

Schnell zubereitet, gesund und auch noch lecker – wenn es ums Essen geht, haben die Menschen in Deutschland offenbar hohe Ansprüche. Die wenigsten halten sich allerdings daran, zeigt eine Umfrage im Auftrag der Bundesregierung. So gaben neun von zehn Befragten an, dass es ihnen beim Essen auf die Gesundheit ankommt. Trotzdem liegen Fertiggerichte laut Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) voll im Trend.

Sie will deshalb gemeinsam mit der Lebensmittelbranche den Gehalt von Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten reduzieren. Allerdings bringe es nichts, den Zuckergehalt von heute auf morgen zu halbieren, so die CDU-Politikerin. Die gesünderen Produkte drohten dann zu Ladenhütern zu werden. „Am Ende wird es alles nichts bringen, wenn es nicht schmeckt“, sagte Klöckner.

Hauptsache lecker

Denn der Geschmack ist dem aktuellen Ernährungsreport zufolge das wichtigste Kriterium. Immerhin 99 Prozent der Befragten gaben an, darauf besonderen Wert zu legen. Die Hälfte achte zudem auf eine einfache Zubereitung, etwas weiter hinten stehen der Kaloriengehalt und Preis.

Der jährliche Ernährungsreport beruht auf einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Erfahrungsgemäß sind solche Erhebungen fehleranfällig, denn gerade beim Thema Ernährung neigen Menschen dazu, Antworten zu geben, die sozial erwünscht sind .

Weitere Ergebnisse im Überblick:

  • Auf Fleisch wollen die wenigsten verzichten. Nur ein Prozent der Befragten ernährt sich vegan, immerhin sechs Prozent essen vegetarisch. Unter den 14- bis 29-Jährigen sind es dagegen elf Prozent. Fast jeder Dritte (28 Prozent) isst täglich Fleisch oder Wurst.
  • Zwischen Ost- und Westdeutschland gibt es sichtbare Unterschiede: Im Osten essen nach eigenen Angaben 43 Prozent täglich Fleisch und Wurst, im Westen nur 26 Prozent. Andererseits geben im Osten 80 Prozent an, täglich Obst und Gemüse zu essen, im Westen sind es nur 69 Prozent.
  • Die Deutschen gehen gern einkaufen: 69 Prozent der Befragten erledigen ihre Einkäufe mehrmals pro Woche im Supermarkt. Nur neun Prozent haben sich im vergangenen Jahr Lebensmittel nach Hause liefern lassen. Etwas höher fiel der Wert in Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern aus. Hier lag der Anteil bei 15 Prozent.
  • Viele wollen so wenig Zeit wie möglich am Herd verbringen. Immerhin jedem Zweitem kommt es auf eine schnelle und einfache Zubereitung an. Dieser Wunsch war gerade bei den 30- bis 44-Jährigen hoch. Zudem spielte der Zeitfaktor bei Frauen eine größere Rolle als bei Männern. Achten bei den Frauen 55 Prozent auf eine schnelle und einfache Zubereitung, sind es bei den Männern 41 Prozent.
  • Auch wenn die Gesundheit für die Mehrheit der Befragten eine große Rolle spielt, greift immerhin jeder Fünfte täglich zu Süßigkeiten und Knabbereien.
  • Immerhin jeder Zehnte gab an, nie zu kochen. 77 Prozent stehen mindestens zweimal pro Woche am Herd.
  • Die Menschen in Deutschland essen gern auswärts. Immerhin 73 Prozent besuchen mindestens einmal im Monat ein Restaurant. Auch Kantinen sind beliebt. Etwa jeder vierte Erwerbstätige nutzt dieses Angebot.
  • Bio liegt im Trend: Jeder Zweite gab bei der Befragung an, auf entsprechende Siegel zu achten. Das gilt auch für die Frage, ob ein Lebensmittel zu fairen oder besonders tiergerechten Bedingungen produziert wurde. Den Befragten sind auch die Angaben zu den Inhalts- und Zusatzstoffen (84 Prozent), zur Herkunft (80 Prozent) und zum Mindesthaltbarkeitsdatum (79 Prozent) „wichtig“ oder „sehr wichtig“. Wie viele dann tatsächlich auch zu den häufig teureren Bioprodukten greifen, erfasste die Umfrage allerdings nicht.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen