Deutsche sehen Gesundheitswesen kritischer

Deutsche sehen Gesundheitswesen kritischer
Die Bundesbürger haben derzeit nocheine gute Meinung vom hiesigen Gesundheitswesen. Doch das Ansehen schwindet,hohe Zustimmungswerte der vergangenen Jahre werden nicht mehr erreicht. Zudiesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Wirtschaftsberatung PwC. EinUmdenken und neue Lösungen seien nötig, um den Abwärtstrend aufzuhalten.

Noch gut, aber nicht mehr so gut wie in früheren Jahren – aufdiesen Nenner lässt sich die aktuelle Meinung der Deutschen zum hiesigenGesundheitswesen bringen. Zusammengetragen hat diese Stimmungslage die Wirtschaftsprüfungs-und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Wie schon in den vergangenen Jahren hat dasUnternehmen einen intensiven Blick auf die Gesundheitsbranche geworfen, dabei fast15.000 Menschen zu Themen wie medizinische Versorgung und deren Schwachstellensowie aktuelle Trends im Gesundheitswesen befragt und die Ergebnisse injährlich aktualisierten Reports publiziert – so auch jetzt.

Hinsichtlichder jüngsten Kritik steht laut PwC nicht die Qualität des Gesundheitswesens zurDiskussion; vielmehr seien es institutionelle Schwächen oder organisatorischeMängel, die nach Meinung der Bevölkerung von Politik und Wirtschaft noch nichtentschieden genug in Angriff genommen würden. So werde bemängelt, dass sich Ärztezu wenig Zeit für die Patienten nehmen. Zwei Drittel der Deutschen sind demnachmit der ärztlichen Behandlung unzufrieden – nicht, weil sie die Kompetenz desArztes anzweifeln, sondern weil nach ihrer Einschätzung das Patientengesprächzu kurz komme. Konkret kritisierten 45 Prozent, dass der Arzt sich zu wenigZeit für sie nehme. Das äußerten vor allem gesetzlich Versicherte mit 48Prozent, während es unter den privat Versicherten lediglich 26 Prozent seien.Auffällig ist laut PwC auch, dass besonders die unter 55-Jährigen über ein zuknappes Zeitbudget des Arztes klagen. Bei den 18- bis 34-Jährigen falle dieseKritik am deutlichsten aus.

DieseDatenlage verdeutlicht nach Ansicht der Studienautoren, dass der mündigePatient, den das Gesundheitswesen lange gefordert habe, mittlerweile Realitätsei. Die Patienten wünschten sich eine medizinische Beratung auf Augenhöhe. DieZeit, die sich ein Arzt für seine Patienten nimmt, stelle heute einenentscheidenden Qualitätsfaktor im Gesundheitswesen dar.

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