Persönliche Gesundheit

Der große Matratzen-Check: Worauf Sie beim Kauf unbedingt achten sollten

Eins vorab: Die beste Matratze für alle gibt es nicht. Denn jeder Mensch hat andere Bedürfnisse. Entscheidend für die Wahl der Matratze sind zum Beispiel Körpergröße, Gewichtsverteilung und bevorzugte Schlafposition – also ob man lieber auf dem Rücken oder auf der Seite schläft.

Am wichtigsten ist aber, dass sich die Matratze richtig anfühlt. Also: Nehmen Sie sich beim Kauf viel Zeit und probieren Sie verschiedene Matratzen aus. Denn wer sich ständig falsch bettet, bekommt keinen erholsamen Schlaf.

Worin unterscheiden sich die verschiedenen Matratzentypen?

Lieber eine Federkern-, Boxspring- oder Latexmatratze oder doch eine aus Kalt-, Visko- oder Standardschaum? Schon das vielfältige Angebot an Matratzentypen kann einen schnell überfordern. Die wichtigsten Eigenschaften der unterschiedlichen Matratzen im Vergleich:

  • Guter Feuchtigkeits­transport, darum gut geeignet für alle, die stark schwitzen
  • Geringe Wärme­dämmung, darum gut geeignet für alle, denen es schnell zu warm wird
  • Körpergewicht wird punktuell gut verteilt (je besser diese sog. Punktelastizität, umso eher gibt die Matratze nur dort nach, wo sie belastet wird)
  • Geringe Wärme­isolierung, darum schlecht geeignet für alle, die leicht frieren
  • Mit der Zeit können sich in der Schaumstoff­auflage Kuhlen bilden
  • Vergleichsweise schwer
  • Ihre Höhe von 60 bis 70 Zentimetern erleichtert das Hinlegen und Aufstehen
  • Bei Topper aus Kaltschaum gute Wärme­isolierung für alle, die leicht frieren
  • Konstruktions­bedingt (z.B. mit Kunstleder­umrandung) oft stark eingeschränkter Feuchtigkeits­transport
  • Härteangaben stimmen oft nicht
  • Teuer, sperrig und schwer
  • Je nach Ausführung gute Liege­eigenschaften
  • Oft weich, angenehmes Liegegefühl
  • Gute Wärme­isolation, darum eher für Fröstler geeignet
  • Gute Haltbarkeit
  • Reine Latex­matratzen sind teuer
  • Für starke Schwitzer ungeeignet
  • Eher schwer
  • Gute Punkt­elastizität, geringes Nachschwingen
  • Je nach Ausführung gute Liege­eigenschaften
  • Gute Haltbarkeit und Wärmeisolation
  • Für schwerere Menschen geeignet
  • Latexähnlich, aber deutlich leichter
  • Oft teuer
  • Wärme und Feuchte können zu Liegekuhlen führen
  • Oft weicher als angegeben
  • Für starke Schwitzer ungeeignet
  • Passt sich der Körperform von Schlafenden an
  • Wirkt dadurch anschmiegsam
  • Haltbar und wärmeisolierend
  • Oft teuer
  • Bei Kälte erhärtet Viskoschaum oft zu einer Liegeschale, die Bewegungen im Schlaf erschwert und zum Aufwachen führen kann
  • Für starke Schwitzer ungeeignet
  • Verhältnismäßig preiswert
  • Geringes Gewicht
  • Oft gute Haltbarkeit
  • Gute Wärme­isolation
  • Wenig elastisch und geringer Komfort
  • Eher für leichte Personen geeignet
  • Für starke Schwitzer eher ungeeignet

Welcher Härtegrad sollte es sein?

Im Allgemeinen eignen sich harte Matratzen eher für schwere Menschen, weiche eher bei zierlichem Körperbau. Diese Regel trifft aber nicht auf jeden zu. Zudem machen die Hersteller oft falsche Härteangaben. Machen Sie Ihre Kaufentscheidung also nicht vom angegebenen Härtegrad der Matratze abhängig, sondern vor allem vom eigenen Wohlbefinden.

Tipp: Vor allem bei Rückenbeschwerden sollte die Matratze nicht zu hart sein. Denn eine mittelharte Matratze kann Rückenschmerzen nachweislich lindern.

Was hat es mit den Liegezonen auf sich?

Matratzen sind in verschiedene Liegezonen eingeteilt, die den Körper an den richtigen Stellen stützen beziehungsweise entlasten sollen. Die meisten Matratzen haben fünf bis sieben Zonen. Nach Ansicht von Experten ist das jedoch unnötig – drei Liegezonen reichen völlig aus.

Womit sollte eine Matratze noch ausgestattet sein?

Eine Matratze sollte strapazierfähige und ausreichend große Griffe haben, damit man sie einfach transportieren oder wenden kann. Zudem sollte sich der Matratzenbezug einfach abziehen und waschen oder reinigen lassen.

Vor allem für Menschen mit Hausstauballergie ist es sinnvoll, dass Matratzen abnehmbare und waschbare Bezüge haben. Am besten lässt sich die Milbenbelastung durch spezielle Matratzenbezüge für Allergiker verringern: sogenannte Encasings.

Auf zum Matratzenhändler: Was ist zu beachten?

Tipp Nr. 1: Wer gemeinsam in einem Bett schläft, sollte auch Matratzen gemeinsam kaufen. Nehmen Sie also Ihren Partner mit!

Tipp Nr. 2: Das A und O beim Matratzenkauf ist das Probeliegen. Also bloß keine Hemmungen: Legen Sie sich mit dem ganzen Körper auf die Matratze, drehen Sie sich hin und her, setzen Sie sich auf und legen Sie sich wieder hin. Nur so können Sie fühlen, ob die Matratze die Richtige für Sie ist.

Tipp Nr. 3: Vereinbaren Sie mit dem Händler ein Rückgaberecht, damit Sie die neue Matratze in Ruhe zu Hause testen und bei Bedarf umtauschen können. Die Verpackungsfolie dürfen Sie dann allerdings meist nicht entfernen.

Kann man Matratzen online kaufen und trotzdem Probe liegen?

Online-Kunden haben ein gesetzliches Rückgaberecht: Sie können die bestellte Matratze innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt an den Händler zurückschicken. Die meisten Online-Matratzenhändler bieten jedoch freiwillig großzügigere Rückgaberegeln. Somit haben Sie also auch beim Online-Kauf genug Zeit, die Matratze zu testen.

Quellen:

Matratzen im Test. Online-Informationen der Stiftung Warentest: www.test.de (Stand: 26.2.2018)

Grillparzer, M., et al.: Unser Rückenbuch. Gräfe & Unzer, München 2008

Aktualisiert am: 13. Mai 2019

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FOCUS Online/Wochit Check von Stiftung Warentest: Ab 150 Euro gibt es Top-Qualität  

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