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Von wegen kalorienarm: Warum man Gemüsechips besser selbst machen sollte

Bei einem gemütlichen Fernsehabend auf der Couch gehören Knabbereien dazu. Doch für das gute Gewissen und die schlanke Linie greifen viele Leute im Supermarkt inzwischen statt zu fettigen Kartoffelchips zu den vermeintlich kalorienreduzierten Gemüsechips.

Schließlich enthalten die Snackalternativen aus Pastinaken, Roter Beete, Süßkartoffeln oder Linsen laut Herstellerangaben beispielsweise „weniger Fett als herkömmliche Chips“.

Genuss also ohne Reue? Leider nicht. Denn laut eines Nährwertchecks der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bieten nur wenige Produkte eine echte Kalorienersparnis.

80 frittierte, gebackene und gepuffte Produkte aus Gemüse und Hülsenfrüchten hat die Verbraucherzentrale im Mai 2020 unter die Lupe genommen und den Kalorien-, Fett- und Salzgehalt mit dem von Kartoffelchips und Erdnussflips verglichen.

Das Ergebnis: Ein niedriger Fettgehalt lässt nicht gleich auf einen niedrigen Kaloriengehalt schließen und auch der Salzgehalt ist bei einigen der Produkte viel zu hoch.

Gemüsechips enthalten teilweise sogar mehr Fett

Insgesamt wurden 21 verschiedene Sorten von Gemüsechips untersucht. Mit einem ernüchternden Fazit: 100 Gramm enthalten rund 496 Kilokalorien. Kartoffelchips haben im Schnitt 536 Kilokalorien pro 100 Gramm. Damit liegen Gemüsechips nur sieben (!) Prozent unter dem Kaloriengehalt von Kartoffelchips.

Und nicht nur das: Teilweise enthalten die Produkte auch mehr Fett. Kartoffelchips enthalten in der Regel 33 Gramm Fett pro 100 Gramm, gepuffte Erdnussflips 25 Gramm pro 100 Gramm. Gemüsechips mit 32 Gramm Fett pro 100 Gramm schneiden bei diesem Vergleich schlecht ab.

Chips aus Hülsenfrüchten: weniger Fett, viel Salz

Im Vergleich zu den Gemüsechips, stimmt bei den Chips aus Hülsenfrüchten zwar die Aussage, dass sie zwischen 30 und 70 Prozent „weniger Fett als herkömmliche Chips“ enthalten, aber: weniger Fett heißt leider nicht gleich wenig Kalorien.

Im Durchschnitt brachten es die 37 getesteten Chips aus Hülsenfrüchten, wie Linsen oder Kichererbsen, auf ca. 439 Kalorien pro 100 Gramm. Die Kalorienersparnis liegt demnach nur bei 18 Prozent.

Besonders negativ fiel auch der Salzgehalt auf. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung soll man pro Tag nicht mehr als sechs Gramm Salz zu sich nehmen. Dies entspricht in etwa einem Teelöffel.

Im Schnitt lag der Salzgehalt bei diesen Chips bei 1,5 Gramm pro Portion (60 Gramm). Im Vergleich: Kartoffelchips haben bei dieser Portion einen Salzgehalt von einem Gramm. Hier wäre also schon ein Viertel der empfohlenen aufgenommen Salzmenge pro Tag gedeckt.

Gepuffte Snacks: Der Blick auf die Nährwertangaben lohnt sich

Bei den 22 geprüften Produkten lagen einige in Bezug auf den Fett- und Kaloriengehalt deutlich unter herkömmlichen Erdnussflips. Diese enthalten im Schnitt rund 486 Kilokalorien pro 100 Gramm.

Allerdings lohnt sich ein Blick auf die Nährwertangaben. Denn die Spannbreite bei den gepufften Snacks ist groß. Der Kaloriengehalt schwankt zwischen 377 und 481 Kilokalorien pro 100 Gramm, der Fettgehalt variiert sogar zwischen 1,8 und 23 Gramm pro 100 Gramm.

Positiv fiel allerdings der geringe Salzgehalt auf. Dieser liegt im Schnitt bei 0,5 Gramm pro 60 Gramm.

Verbraucherzentrale fordert leicht verständliches Nährwert-Logo

Aufgrund des Nährwerte-Checks fordert die Verbraucherzentrale ein leicht verständliches Nährwert-Logo – nicht nur bei Chips, Sticks und Flips:

„Hohe Fett-, Salz- und Kalorienangaben sollten auf Lebensmittelverpackungen generell deutlich sichtbar gekennzeichnet werden“, sagt Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW.

Allgemein gilt: Chips jeglicher Art sollten nur in Maßen verzehrt werden.

Doch auf den Knabberspaß muss keinesfalls verzichtet werden, denn Gemüsechips lassen sich auch ganz einfach selbst zubereiten.

In der Bildergalerie: 20 gesunde Snacks zum Abnehmen

So lassen sich Gemüsechips ganz einfach selbst machen

Zwar ist es etwas aufwendiger, die Gemüsechips selbst zu machen, als einfach eine Tüte aufzureißen, doch dafür überzeugt die selbstgemachte Alternative nicht nur mit unbedenklichen Inhaltsstoffen, sondern auch mit gutem Geschmack.

Das braucht man für Gemüsechips aus dem Ofen

  • Gemüse jeglicher Art, am besten eignen sich Süßkartoffeln, Rote Beete, Pastinaken, Möhren oder Zucchini
  • etwas Salz (zum Beispiel grobes Meersalz)
  • je nach Gemüsemenge einige wenige Esslöffel hochwertiges Olivenöl
  • Kräuter nach Belieben (z.B. Rosmarin, Thymian oder Paprikagewürz)

Anleitung Schritt für Schritt

Fertig – und jetzt wirklich ganz ohne Reue genießen (sofern man es nicht mit dem Öl und Salz übertrieben hat).

Quelle

  • Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (2020): Sind Gemüsechips gesünder als Kartoffelchips und Erdnussflips?, abgerufen am 28.08.2020: https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/lebensmittel/gesund-ernaehren/sind-gemuesechips-gesuender-als-kartoffelchips-und-erdnussflips-50752

Annalena Lüthje

*Der Beitrag „Von wegen kalorienarm: Warum man Gemüsechips besser selbst machen sollte“ wird veröffentlicht von FitForFun. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

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