Gesundheit

3,8 Millionen Infizierte? Gesundheitsbehörde zeigt ganz andere Corona-Zahlen für die USA

Die USA haben die meisten positiven Corona-Tests auf der ganzen Welt. Knapp 3,85 Millionen bestätigte Infektionen gibt es bereits, die täglichen Steigerungen sind schwindelerregend. Doch wie viele Infektionen sind es wirklich schon? Eine Studie der US-Gesundheitsbehörde CDC soll darüber nun zumindest mehr Aufschluss geben.

Wie viele Menschen hatten das Covid-19-Virus wirklich schon? Die Frage nach der Dunkelziffer bei den Corona-Infektionen beschäftigt Forscher und Laien weltweit. So auch in den USA – dem Land mit den meisten positiven Corona-Tests (fast 3,85 Millionen) und den meisten Toten (mehr als 140.000) weltweit.

Am Dienstag hat die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC diesbezüglich die Ergebnisse einer groß angelegten Studie veröffentlicht. Dafür wurden in zehn Regionen der USA insgesamt mehr als 16.000 Blutproben ausgewertet. Die Zählung bezieht sich auf einen Zeitraum von Anfang April bis Ende Mai.

Das sind die Ergebnisse:

1. Die Zahl der Infektionen liegt in den Regionen 2 bis 16 Mal höher als die bestätigten Fälle. Die CDC geht auf Grundlage dessen davon aus, dass sich womöglich zehn Mal so viele Menschen mit Corona angesteckt haben, als bislang bekannt – also rund 38 Millionen Amerikaner. Das wären rund 11,5 Prozent der Bevölkerung.

2. Die bestätigten Fälle und die geschätzten Fälle pro Region (in erste Klammer das Enddatum der Erhebung, in zweiter Klammer die geschätzte Dunkelziffer):

  • San Francisco Bay Area (27. April): 7151 / 65.000 (9x höher)
  • Utah (5. Mai): 11.330 / 25.000 (2x höher)
  • Western Washington (11. Mai): 13.098 / 122.000 (9x höher)
  • Minnesota (7. Juni): 27.883 / 84.000 (3x höher)
  • Missouri (30. Mai): 12.956 / 171.000 (13x höher)
  • South Florida (24. April): 18.286 / 181.000 (10x höher)
  • Philadelphia (30. Mai): 56.3418 / 245.000 (4x höher)
  • Connecticut (26. Mai): 41.234 / 185.000 (4x höher)
  • Louisiana (8. April): 17.030 / 267.000 (16x höher)
  • New York City (6. Mai): 281.670 / 2.832.000 (10x höher)

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3. Es gibt Regionen, in denen prozentual nur wenige Menschen Antikörper gegen Covid-19 in sich tragen. Dem gegenüber stehen Regionen mit hohem Antikörper-Aufkommen.

  • San Francisco Bay Area: 1,0 Prozent
  • Utah: 1,1 Prozent
  • Western Washington: 2,1 Prozent
  • Minnesota: 2,2 Prozent
  • Missouri: 2,8 Prozent
  • South Florida: 2,9 Prozent
  • Philadelphia: 3,6 Prozent
  • Connecticut: 5,2 Prozent
  • Louisiana: 5,8 Prozent
  • New York City: 23,2 Prozent

CDC

4. Von einer Herdenimmunität sind die USA aber überall noch weit entfernt. Die dafür nötigen 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung werden selbst in besonders stark betroffenen Regionen wie New York City nicht annähernd erreicht. So wird die Pandemie auch die USA wohl noch lange im Griff haben – selbst wenn die Immunisierung bereits Erkrankter lange anhalten sollte.

Florida neuer Hotspot – Immunisierung womöglich deutlich höher

Hierbei sei noch einmal darauf hingewiesen, dass die Daten bereits älter sind. Der neuerliche Anstieg der Corona-Infektionen könnte die Zahlen zumindest in einigen Regionen deutlich verändert haben. So gilt Florida – in der Studie mit 2,9 Prozent für Südflorida verzeichnet – als einer der neuen Hotspots in den USA. Die Immunisierung könnte dadurch dort bereits weiter fortgeschritten sein.

Die Studie der CDC wird weitergeführt. So will die Behörde etwa alle drei bis vier Wochen weitere Analysen durchführen.

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