Gesundheit

Gesichtsbehandlungen im zweiten Pandemiejahr angestiegen – vor allem bei jungen Menschen

Vergangenes Jahr hat es bei ästethisch-plastischen Gesichtsbehandlungen einen Anstieg um 12,9 Prozent gegeben. Das hatte die Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) am Donnerstag mitgeteilt. Den weitaus größten Anteil machten mit 70 Prozent Behandlungen gegen Falten aus, zum Beispiel mit dem Nervengift Botox oder Hyaluron.

Als Grund für den Anstieg sieht VDÄPC-Präsi­dent Steffen Handstein die Corona-Pandemie. Gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt sagte er: "Auch in Krisenzeiten jeglicher Art wünschen sich viele ein attraktives Äußeres." Die Vermutung liege nahe, dass sich viele Menschen während dieser Zeit – etwa durch vermehrte Videokonferenzen und einer möglicherweise intensiveren Nutzung von sozialen Medien – noch intensiver mit dem eigenen Aussehen beschäftigen würden. 

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Immer mehr junge Menschen lassen sich mit Botox behandeln

Auffallend sei ebenso, dass die Patient:innen immer jünger werden. Wie eine Umfrage unter den Schönheitschirurg:innen des Verbandes zeigte, waren die Patient:innen, die sich mit Botox behandeln ließen, meist zwischen 20 und 35 Jahre alt. Auch hier zeigten sich die Einflüsse von sozialen Medien: Viele der jungen Patient:innen brächten zur Orientierung Bilder von Influencern oder Influencerinnen oder bearbeitete Fotos von sich selbst mit zu den Terminen. 

Dass die soziale Isolation während der Pandemie bei vielen jungen Menschen das Selbstbild beeinträchtigt hat, haben Untersuchungen bereits nahegelegt. So ist etwa die Anzahl der Essstörungen durch die Pandemie stark angestiegen, vor allem bei jugendlichen Mädchen. Der Münchner Psychologe Schnebel hatte dazu dem SWR gegenüber erklärt, das liege auch daran, dass Jugendliche vor allem zu Zeiten von Kontaktbeschränkungen nur durch soziale Medien mit Gleichaltrigen in Kontakt treten konnten. Die weit verbreitete Verwendung von Filtern auf Apps wie Instagram und ein fehlender Abgleich mit der Realität hätten dazu geführt, dass viele Jugendliche das modifizierte Aussehen Anderer als echt eingestuft hätten.

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In Deutschland gibt es kein zentrales Register, in dem Schönheitsoperationen erfasst werden. Hochrechnungen zeigen allerdings, dass es Hunderttausende im Jahr sind. Außerdem sind es nach wie vor überwiegend Frauen, die Schönheitseingriffe jeglicher Art vornehmen lassen – nur etwa 10 Prozent der Behandlungen werden an Männern vorgenommen.

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