Gesundheit

Inzidenz bei 299, aber kein Lockdown: In kleiner NRW-Stadt explodieren die Fallzahlen

Nach den Landkreisen Berchtesgaden und Delmenhorst überstieg die 7-Tages-Inzidenz nun auch in Baesweiler in der Städteregion Aachen die 200er-Marke. Mit einem Wert von 299 gilt die 25.000-Einwohner-Stadt als Corona-Hotspot. Warum hier dennoch keine weiteren Maßnahmen verhängt wurden.

Nachdem sich der Landkreis Berchtesgaden in Bayern in den vergangenen Tagen mit einer Inzidenz von über 200 zum Corona-Hotspot entwickelte, wurden dort Lockdown-ähnliche Maßnahmen verhängt. Schulen und Kitas wurden geschlossen, außerdem gibt es Ausgangssperren. Die Einwohner dürfen ihr Haus nur noch mit triftigem Grund verlassen. Dazu zählen etwa die Ausübung beruflicher Tätigkeiten, nötige Einkäufe, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft – dies aber nur alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands.

Auch im rund 25.000-Einwohner großen Baesweiler in der Städteregion Aachen stieg die Inzidenz in den vergangenen vier Tagen extrem an, liegt am Mittwoch bei 299. Ein Lockdown wird hier jedoch nicht verhängt.

Die 7-Tages-Inzidenz gibt die Anzahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner über einen Zeitraum von einer Woche an. "Es gibt hier aber weder 299 Infektionen, noch 100.000 Einwohner", sagte Bürgermeister Willi Linkens dem WDR. Man könne "eine gewissen Beruhigung" aussprechen, indem man auf die absolute Zahl blicke: 75 Infizierte. "Ich will hier überhaupt nichts geringer reden", betonte Linkens. "Aber unsere 75 Fälle werden ja praktisch mal vier genommen".

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Lockdown wird vorerst nicht über einzelne Kommune verhängt

Es handelt sich um eine statistische Hochrechnung – dennoch, der Wert der 7-Tage-Inzidenz wurde festgemacht, um über weitere Maßnahmen wie Ausgangssperren zu entscheiden. "Diese Entscheidungen werden aber nicht über eine einzelne Kommune getroffen, sondern über den ganzen Kreis", erklärt Bürgermeister Linkens weiter. Demnach würden über Baesweiler nur dann weitere Maßnahmen wie Ausgangssperren verhängt werden, wenn das im gesamten Landkreis Aachen der Fall wäre. Dort liegt die 7-Tages-Inzidenz derzeit bei 106,6. (Stand 21.10.)

Ordnungsamtsleiter Pierre Froesch erklärte gegenüber der "Rheinischen Post", dass er mit weiteren Einschränkungen rechne. Die Kommune stehe in engem Kontakt zur Städteregion – der Ebene, auf der über die nötigen Verfügungen beraten werde.

Private Treffen sind Auslöser für Neuinfekionen in Baesweiler

Laut Froesch gebe es in Baesweiler keine Hotspots. Stattdessen seien vielmehr private Kontakte für das Infektionsgeschehen verantwortlich. An den Adressen könne man erkennen, dass es sich teilweise um größere Familien handele.  Auch viele Jugendliche, die symptomlos erkrankten und daher unvorsichtig handelten, stellten ein Problem dar.

Froesch betont gegenüber der "Rheinischen Post" deshalb, dass es deshalb derzeit nicht darum gehen dürfe, unentdeckte Schlupflöcher bei den Maßnahmen zu finden. Stattdessen zähle es, alles zu tun, um das Coronavirus zu bekämpfen. Es gehe um die Verantwortlichkeit jedes Einzlenen. „Im Frühjahr haben wir gezeigt, dass wir das können. Ich bin zuversichtlich, dass das auch wieder klappt.“

Auch wenn die erhöhte Inzidenz in Baesweiler bislang keine direkten Auswirkungen auf die Bevölkerung hat – die Sorgen der Bewohner sind dennoch groß. "Wir als Einzelhändler haben eine unheimliche Panik, dass dieser Lockdown nochmal wiederkommt", sagte etwa Optikerin Angela Pfennig im Interview mit dem WDR. Auch darum, dass selbst ohne Lockdown keine Kunden mehr kommen könnten, fürchtet sie. "Das ist eine große Sorge, das ist unsere Existenz".

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