Gesundheit

Lugolsche Lösung: Arbeitskreis Jodmangel warnt vor Missbrauch

Früher aufgrund des reaktiven Iods häufig als Desinfektionsmittel eingesetzt, spielt die Lugolsche Lösung heutzutage nur noch in Laboren eine Rolle, in denen die hoch konzentrierte Iodlösung zum Stärkenachweis oder der Gramfärbung von Bakterien eingesetzt wird. Umso erstaunlicher mag in der Apotheke der Kundenwunsch nach einer oral anzuwendenden Lugolschen Lösung klingen – von deren Abgabe dringend abzuraten ist.

In einschlägigen Internetforen wird laut einer Pressemitteilung des Arbeitskreises Jodmangel Lugolsche Lösung (neben demineralisiertem Wasser besteht die Lösung zu 5 Prozent aus elementarem Iod und 10 Prozent aus Kaliumiodid) als gesundes Nahrungsergänzungsmittel und Heilmittel gegen viele Erkrankungen beworben. Andere Kunden beabsichtigen einen Iod-Sättigungstest nach den beiden amerikanischen Ärzten Brownstein und Abraham durchzuführen, bei dem durch das Trinken der Lugolschen Lösung und der anschließenden Iod-Bestimmung im 24-Stunden-Urin Rückschlüsse auf den individuellen Iod-Versorgungsstatus gezogen werden sollen. Die Folge von solchen Experimenten können schwerwiegende Schilddrüsenfunktionsstörungen sein, wie Professor Roland Gärtner, Endokrinologe an der Universität München und erster Vorsitzender des Arbeitskreises Jodmangel, erklärt:

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