Persönliche Gesundheit

Mit der richtigen Omega-3-Fettsäure halbieren Sie Ihr Alzheimer-Risiko

Alzheimer kann nach aktuellem Stand nicht geheilt werden. Umso wichtiger sind präventive Maßnahmen, um das Risiko einer Erkrankung zu senken. Eine Studie zeigt nun, dass die Zufuhr einer speziellen Omega-3-Fettsäure das Risiko um 49 Prozent senken an. Ein Überblick.

Alzheimer zählt zu den am meisten gefürchteten Krankheiten des Alters. In Deutschland sind mittlerweile 1,7 Millionen Menschen vom chronischen Vergessen betroffen, weltweit sind es mehr als 55 Millionen – mit steigender Tendenz. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werde sich die Zahl bis 2030 um rund 40 Prozent erhöhen – das berichtet die „Tagesschau“. In Deutschland nimmt die Zahl laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums derzeit um 40.000 im Jahr zu.

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    Alzheimer bislang nicht heilbar – Prävention essentiell

    Die Alzheimer-Krankheit kann bisher nicht geheilt, das eigentliche Erkrankungsrisiko aber schon in jungen Jahren nachweislich gesenkt werden. Das schreibt der Verband Alzheimer Forschung Initiative auf seiner Webseite. Eine aktuelle Studie des Fatty Acid Research Institute in South Dakota bestätigt die Präventionstheorie und gibt eine Ernährungsempfehlung heraus: Wie die Forscher schreiben, kann eine bestimmte Omega-3-Fettsäure – die Docosahexaensäure (DHA) – das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, um 49 Prozent reduzieren.

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    Nach Angaben der Forscher wurde 1490 Personen ohne Demenzerkrankung im Alter von 65 Jahren oder älter Blut abgenommen und auf ihren DHA-Gehalt hin untersucht. Ziel war es, einen Zusammenhang zur Alzheimer-Krankheit oder zu Personen, die die ApoE4-Genmutation in sich tragen, herzustellen. Der Besitz des genannten Gens verdoppelt nachweislich das Risiko, an Demenz zu erkranken.

    49 Prozent geringeres Erkrankungsrisiko

    Die jeweiligen DHA-Werte wurden im Anschluss mit den Werten von Personen verglichen, die später an Alzheimer erkrankten sowie mit den DHA-Werten von Personen, die nicht erkrankten. Dabei erkannten die Forscher, dass Menschen mit einem hohen Omega-3-DHA-Spiegel ein um 49 Prozent geringeres Risiko für Alzheimer haben. Nach Angaben der Studie soll ein konstant hoher DHA-Spiegel zudem die Lebensdauer ohne Alzheimer um 4,7 Jahre erhöhen.

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    Studie belegt Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2006

    Neu sind die Erkenntnisse der Untersuchung nicht. Vielmehr unterstützen sie die Ergebnisse einer vorherigen Studie aus dem Jahr 2006. In dieser wurden die Eltern der heutigen Probanden untersucht. Messungen des Hirnvolumens und der kognitiven Leistungen zeigten bereits damals, dass Teilnehmer mit einem hohen DHA-Level ein um 47 Prozent geringeres Risiko hatten, an einer Demenz zu erkranken, verglichen mit Teilnehmern mit niedrigeren DHA-Werten.

    Omega-3: Ein lebenswichtiger Baustein des Organismus

    Omega-3-Fettsäuren sind nicht nur wichtig für die Alzheimer-Prävention, sondern wirken sich zudem positiv auf den menschlichen Stoffwechsel aus. Sie sind Baustein der Zellmembranen und halten die Hüllen der Zellen geschmeidig. Zudem sind sie an der Produktion wichtiger Gewebshormone beteiligt. Außerdem sollen Omega-3-Fettsäuren die Immunabwehr stärken und entzündungshemmend wirken.

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    Bedarf über die Nahrungszufuhr decken

    Am besten ist es, seine DHA-Zufuhr in Kombination mit der Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA) zu steigern. In geringen Mengen kann der Körper nämlich daraus selbst DHA herstellen. Grundsätzlich gibt es drei Arten von Omega-3-Fettsäuren:

    Alpha-Linolensäure (ALA)

    Sie ist hauptsächlich in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten und kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Dementsprechend muss Sie stetig über die Nahrung zugeführt werden. Folgende Lebensmittel sind reich an ALA:

    • Leinsamen und Leinöl
    • Walnüsse und Walnussöl
    • Hanfsamen und Hanföl
    • Rapsöl

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    Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA)

    EPA findet man – wie auch DHA – hauptsächlich in fettem Fisch und Algen. Beide Fettsäuren sind stoffwechselaktiv, das heißt, dass der Körper sie in geringen Mengen aus ALA selbst herstellen kann. So ist die Zufuhr von ALA ebenso wichtig, wie der Konsum von Lebensmitteln, die an sich reich an EPA und DHA sind. Das sind:

    • Lachs
    • Hering
    • Makrele
    • Sardelle
    • Sprotte
    • Thunfisch
    • Heilbutt
    • Krill
    • Bestimmte Mikroalgen wie Spirulina-, Chlorella- oder Schizochytrium-Algen

    Omega-3 zu Omega-6-Verhältnis wichtig

    Wichtig: Damit Omega-3-Fettsäuren im Körper wirken können, muss das Verhältnis zu Omega-6 stimmen. Da Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren durch dasselbe Enzym verarbeitet werden. Ist dieses mit der Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren „überfordert“, kann der Körper kein Omega-3 aufnehmen. Omega-6-Fettsäuren sind zum Beispiel in Sonnenblumen- oder Distelöl oder in verarbeiteten Lebensmitteln enthalten.

    Die heutige Nahrung enthält im Durchschnitt 10- bis 20-mal mehr Omega-6- als Omega-3-Fettsäuren, das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 sollte aber eigentlich zwischen 1 : 1 und 5 : 1 liegen, das berichtet der NDR.

    Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3 – mit Vorsicht zu genießen

    Ernähren Sie sich vegetarisch oder möchten Fisch nicht zu sich nehmen, kann auch die Ergänzung von Omega-3 sinnvoll sein. Neben Fischöl werden für die Herstellung Omega-3-haltiger Nahrungsergänzungsmittel verwendet. Hier muss jedoch beachtet werden, dass die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln nur den Gesamt-Gehalt an Omega-3-Fettsäuren angeben müssen. Wie viel APA, EPA oder DHA enthalten ist, bleibt unklar.

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    Das betrifft vor allem freiverkäufliche Produkte, wie die Verbraucherzentrale schreibt. Produkte aus der Apotheke enthalten in der Regel 1000 mg Omega-3-Fettsäuren mit 460 mg EPA und 380 mg DHA. Bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist generell mit einem Arzt zu sprechen. Auch Omega-3 kann sich bei zu hoher Dosierung negativ auswirken und zu Blutgerinnungsstörungen führen.

    Alzheimer vorbeugen – weitere wichtige Maßnahmen

    Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. nennt auf ihrer Webseite weitere wichtige vorbeugende Maßnahmen, die das Risiko einer Erkrankung senken können. Dazu zählen:

    • Regelmäßige Bewegung
    • Gehirn-Jogging
    • Gesellschaft
    • eine allgemein ausgewogene, möglichst unverarbeitete Ernährung

    Zudem sollten Risikofaktoren berücksichtigt werden – dazu zählen:

    • Kopfverletzungen
    • Übermäßiger Alkoholkonsum
    • Feinstaubbelastung
    • Mangelnde Bildung
    • Übergewicht
    • Bluthochdruck
    • Eingeschränkte Hörfähigkeit
    • Rauchen
    • Diabetes
    • Depressionen
    • Bewegungsmangel
    • Mangel an sozialen Kontakten/Einsamkeit

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